22.07.2017, von Peter Rauch

Neue Unterkunft für den THW-Ortsverband Bad Kissingen

Bad Kissingen. Wo heute noch die blauen, aufblasbaren THW-Puppen „tanzen“, entsteht für rund 1,8 Millionen Euro die neue Unterkunft für den THW-Ortsverband Bad Kissingen. Im Maria-Ward-Weg, am Rand der ehemaligen US-Kaserne, war nun Spatenstich für Fahrzeughallen und Unterkunftsgebäude dieser Bundeseinrichtung.  „Zurück zu den Wurzeln“ mit diesem einen Satz, der gleich am Anfang seiner kurz gehaltenen Rede stand, drückte THW-Geschäftsführer Curd Mohr (Bamberg)  das Wichtigste aus, was es anläßlich des ersten Spatenstiches zur neuen Unterkunft des Technischen Hilfswerkes in Bad Kissingen zu sagen gab. Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) wurde 1953 gegründet und hatte auch in Bad Kissingen einen Stützpunkt. Zuerst in einer alten Bauhofbaracke in der Salinenstraße, dann bis 1981 im städtischen Bauhof. Durch Vergrößerung und guten Zulauf durch Ersatzdienstleistende wurde auch bald diese Unterkunft zu klein und so mussten einige Fahrzeuge beim Ortsverband Hassfurt, andre in einer angemieteten Halle in Maßbach untergestellt werden. Durch hohe Eigenleistung und vor allem auch durch die Gründung des Vereins „Helfer und Förderer des THW Bad Kissingen e.V.“ konnte als weiterer Meilenstein die Unterkunft in der Waldsiedlung Rottershausen Mitte der achtziger Jahre bezogen werden. Um den Ortsverband zukunftsorientiert zu gestalten, habe man sich auch auf höherer Ebene entschlossen, die Bundesanstalt Technisches Hilfwerk in die schöne Stadt zurück zuverlagern und so begannen schon 2011 erste Überlegungen und Gespräche mit allen Beteiligten. „Das THW ist coming home“ so, in Vertretung des Oberbürgermeisters, 2. Bürgermeister Toni Schick, dessen Vater den Ortsverband Bad Kissingen von 1974 bis 1985 leitete. Hier würden nun hervorragende Räumlichkeiten geschaffen stellte Toni Schick fest, der selbst auch vor über 30 Jahren zu den Aktiven des Kissinger Ortsverbandes gehörte. Wie er weiter ausführte, gehört das THW nicht nur in der Kurstadt mit zu den Blaulichtorganisationen, um die die Welt uns heute so beneidet. In diesem Zusammenhang erwähnt er auch die beiden Aschacher Familien Rink und Kirchner, deren Namen und Engagement untrennbar mit der Kissinger Ortsgruppe verbunden seien. Sabine Dittmer (MdB) betonte, dass nun alle Hürden genommen seien und das Kissinger THW in Zukunft gut untergebracht sei. „Von dieser Power und Technik profitieren wir alle“ ließ sie wissen und ergänzte noch, dass in den kommenden Jahren das Technische Hilfswerk bundesweit 188 neue Lkw's bekommen werde. MdL Sandro Kirchner sprach gar von einem Leuchtturm den das THW in Bad Kissingen darstelle. Auch wenn man bisher das Technische Hilfswerk oft vernachlässigte, „es gehört doch mit zur Blaulichtfamilie und rüstet sich nun für die Zukunft.“ Mit diesem Evolutionsschritt, dem neuen Gelände für den Stützpunkt, würden auch neue Rahmenbedingungen geschaffen, die Organisation würde hier mehr von der Bevölkerung wahrgenommen und könne somit auch mehr junge Menschen für sich begeistern. Eine Ansicht, die auch stellvertretender Landrat Alfred Schrenk teilte, indem er wissen ließ „das THW ist hier in Bad Kissinigen näher an den Menschen und damit beginnt einer neuer Abschnitt in der Geschichte des Ortsverbandes“. Holger Bothe, Leiter des Bauamtes Schweinfurt, drückte aus, dass sich dieser nüchterne Zweckbau, bestehend aus zwei einen Hof umgebenden Gebäudeteilen durchaus sehen lassen könne. Die Planungen habe das Bauamt selbst durchgeführt und dabei besonderen Wert auf den Lärmschutz gelegt, da die Einrichtung in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung liege. Seitens des THW-Landesverbandes trat dann als letzter Redner Klaus Labitzke ans schattige Pult auf einem der aufgefahrenen Rettungsfahrzeuge. Er ging etwas spezieller auf die Kissinger Einrichtung ein die aus zwei Bergungsgruppen sowie der Fachgruppe „Infrastruktur“ besteht. Während es in der Bundesrepublik insgesamt 668 identische Bergungsgruppen gäbe, sei die Fachgruppe „Infrastruktur“, die sich nach Großschadensereignissen um die schnelle Wiederherstellung der Gas- , Wasser- und Stromversorgung kümmert, bislang etwas vernachlässigt worden – aber langsam setze sich auch hier ein Umdenken ein. Gerade mit dem Neubau verspreche er sich sehr viel mehr Zulauf bei dieser Fachgruppe.


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